Didaktische Fragestellung

Wie kann bei einer laufenden Lehrveranstaltung mit vielen Studierenden schnell ein persönlicher Bezug zum Thema hergestellt werden?

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Clou dieses Entwurfsmusters

Die persönliche Meinung/Einstellung/Einschätzung des einzelnen Studierenden wird aufgegriffen, um damit einen affektiven Bezug des Studierenden zum Thema zu erzeugen. Für die folgende Rezeption des Themas ist die vom Studierenden explizierte Meinung individueller Ausgangspunkt und Reflexionsanlass. Der Abgleich der eigenen Meinung mit dem Meinungsbild der ganzen Lehrveranstaltungsgruppe oder dem Abgleich des Meinungsbildes mit einer zusätzlichen Quelle, wie z. B. empirische Daten, kann diesen affektiven Bezug verstärken: Dieser kann sich z. B. durch Überraschung („Das hätte ich nicht erwartet!“), Unglauben („Das kann doch nicht sein!“) oder Bestätigung („Hab‘ ich’s doch gewusst!“) ausdrücken. Im Idealfall resultiert aus diesen Empfindungen eine fragende Haltung an das Thema: „Wie erklären sich die dargestellten Ergebnisse?“ „Was folgt aus den dargestellten Ergebnissen?“ aus der sich eine Intensivierung  der Auseinandersetzung mit dem Thema ergibt.

Umfragen haben einen weiteren wünschenswerten Effekt für die Lehrsituation: Sie bilden ein Gliederungselement innerhalb der Lehrveranstaltung.

Umsetzungsschritte

  1. Fragen vorbereiten
  2. Fragen ins System eingeben
  3. System für die Sitzung vorbereiten
  4. In der konkreten Lehrsituation Fragen freigeben
  5. Studierende beantworten die Fragen und ein Meinungsbild wird erstellt
  6. Ergebnisse gemeinsam mit den Studierenden betrachten
  7. Ggf. Umfrageergebnisse unter den Studierenden mit anderen Daten kontrastieren
  8. Die Ergebnisse analysieren und Schlüsse ziehen

Didaktische Empfehlungen für die Umsetzung

  • Nach der Darstellung des Umfrageergebnisses, kann dieses im folgenden Vortrag aufgegriffen werden oder zum Anlass für ein Lehrgespräch („Wie erklären Sie sich das Ergebnis?“ „Begründen Sie bitte Ihre Auffassung.“) genommen werden.
  • Ein kontrastierendes Vergleichsergebnis kann verwendet werden.
  • Eine Umfrage mit EA ist minimal aufwendiger als eine Umfrage ohne EA. Der Mehrwert des Einsatzes des EA liegt in der visuellen Darstellung und der Reproduzierbarkeit des Ergebnisses zu einem späteren Zeitpunkt. Um diesen Mehrwert zu erzielen, sollte die Darstellung reichhaltige Informationen enthalten – ein Ergebnis, welches nur die Antwortoptionen „Ja“ und „Nein“ darstellt, ist z. B. weniger geeignet als eines, das die Ausprägungen unterschiedlicher Attribute aufzeigt.

Praxisbeispiele und ihre Sonderausprägungen

  • Spontane grafische Darstellung von Meinungsbildern mit PowerPoint: Zum Einstieg in das Thema Zivilprozess fragt die Lehrende nach den Vorerfahrungen der Studierenden. Dafür hat sie in PowerPoint ein interaktives Balkendiagramm ohne Werte und mit der Überschrift "Welche Erfahrungen haben Sie bereits im Zivilprozess gesammelt?" vorbereitet. Durch Klick auf die Folie wird die hinter dem Diagramm liegende Wertetabelle mit den Antwortmöglichkeiten "Kläger/Beklagter", "Zeuge", "Praktikant/in", "Barbara-Salesch-Fan" geöffnet. Mittels Umfrage, an der die Studierenden durch Handzeichen teilnehmen, werden die entsprechenden Werte ermittelt und in die Tabelle eingetragen. Ein weiterer Klick auf die Folie verwandelt die Tabellenwerte unmittelbar in ein Balkendiagramm. Die Tabelleneinträge werden damit sofort visualisiert und können thematisiert werden.

Erforderliche Werkzeuge

 

Elektronisches Abstimmungssystem

  An der Universität Kassel eingesetzte Werkzeuge:

  • ARSnova 
  • PINGO
  • eduVote
  • OLIF

Einen ausführlichen Überblick über die elektronischen Abstimmungssysteme, die Ihnen an der Universität Kassel zur Verfügung stehen, finden sie hier.

 

Weitere Elektronische Abstimmungssysteme finden sie auf e-teaching.org

Kurzbeschreibung

In einer Lehrveranstaltung führt die Lehrperson zu einem bestimmten Zeitpunkt eine Umfrage durch, an der sich alle Studierenden direkt mit Hilfe eines Elektronischen Abstimmungssystems beteiligen sollen.

Durch unmittelbare Veröffentlichung der Umfrageergebnisse wird den Lernenden die eigene Position im Verhältnis zur Lerngruppe visualisiert und ihre persönliche Bezugnahme zum Thema befördert.

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Ihr Ansprechpartner

Dr. Pascal Fischer

Arnold-Bode-Straße 10
34127 Kassel
Raum 0206
 
Telefon: +49 561 804-2426
Telefax: +49 561 804-7146
 
E-Mail-Adresse: fischer@uni-kassel.de

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